Blog der Präsidentin

eliette_ponem_rot_quer.jpgEliette Thurn, Präsidentin SI Österr. Union 2020-2022 – (c) privat
04.11.2020

Digital gegen die psychosoziale Pandemie

Der 2. Lockdown beeinflusst unser Leben enorm und die Geschehnisse vom 2. November in Wien haben uns alle tief erschüttert.
 
Wir befinden uns nicht nur in einer Corona-Pandemie, sondern auch in einer psychosozialen Pandemie,  die – laut Studien der Sigmund Freud Privat-Universität – ein Viertel der Bevölkerung betrifft. Menschen sind von Ängsten begleitet und vielen unterschiedlichen (neuen) Stressfaktoren ausgesetzt. Zudem erleben wir auch eine Polarisierung der Gesellschaft: die einen, die weiterhin in Angst vor einer Ansteckung leben – die anderen, die von Corona nichts mehr wissen wollen. Allein diese Extreme belasten.
Es ist also wirklich eine herausfordernde Zeit!
Sicher ist aber auch, dass unser Handeln mehr denn je gefordert ist!

Viele von uns haben bereits erlebt, dass Online-Meetings (MS Teams, Zoom, ..) ein Präsenztreffen zwar nicht ersetzen können, aber derzeit die einzige Möglichkeit sind, unsere Clubmeetings durchzuführen. Bitte nützt die Technik, Clubmeetings müssen einfach stattfinden (Statuten).
Und bitte haltet weiterhin eine aktive Gemeinschaft im Club aufrecht! Kontaktiert Clubschwestern auch einzeln, diejenigen, mit denen Ihr eng verbunden seid und diejenigen, die Euch vielleicht nicht so nahestehen, oder zu denen Ihr nicht immer einen so direkten Draht hin findet. Jeder Club lebt von der Vielfalt – der Unterschied macht uns aus und die Ergänzung verbindet uns.

Und bleibt kreativ. Vielleicht können Eure Projekte nicht mehr in gewohnter Form durchgeführt werden, aber es gibt vieles, was wir tun können, ohne physischen Kontakt zu haben. Projekte sind das Herzstück unserer Arbeit und sie sichern den Zusammenhalt in den Clubs – ganz besonders in schwierigen Zeiten.

Wir können derzeit keine Veranstaltungen durchführen, das betrifft ganz besonders unser Projekt Orange the World, für das Ihr alle schon viel Vorbereitungsarbeit geleistet habt. Aber wir können die Gebäude beleuchten, so auf das Thema hinweisen und aktive Pressearbeit machen – die ist jetzt wichtiger denn je.
Weist dabei auch darauf hin, dass ...
•    wir unseren Töchtern klar machen, dass sie keine Gewalt dulden dürfen
•    unsere Söhne wissen sollen, dass Partnerschaft Gleichstellung bedeutet
•    wir starke Männer benötigen, die an fremden Türen klopfen und so Gewalt stoppen können
•    Gewalt an Frauen präsent ist, auch dort wo man sie nicht sieht


 

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eliette_ponem_rot_quer.jpgEliette Thurn, Präsidentin SI Österr. Union 2020-2022 – (c) privat
05.10.2020

Warum Gleichberechtigung nicht Gleichstellung und Feministin kein Schimpfwort ist!!!

Seit 1.10.2020 habe ich die Ehre Präsidentin der Union der Soroptimist Clubs Österreichs zu sein. In dieser Funktion und mit „100 Jahre Soroptimismus“ vor der Tür muss ich mir nochmals gut überlegen, wofür ich kämpfe und welche Ziele ich in den nächsten zwei Jahren erreichen möchte. Welches Feuer kann ich den vielen tollen Frauen weitergeben, die mit mir begeisterte Soroptimistinnen sind und sich für Frauen und Mädchen in den österreichischen Clubs einsetzten?
Immer wieder merke ich, dass Soroptimistin zu sein eine Gratwanderung ist. Wir wollen die Frauen sein, die durch unser Vorbild, unsere Intelligenz und unseren Fleiß der Welt klar machen, dass Frau und Mann gleich sind! Wir wollen in unseren Gemeinden Frauen und Mädchen unterstützen und fördern und wir wollen uns bei der UNO für die Frauenrechte starkmachen, aber wir wollen nicht auf die Barrikaden gehen …
Feministinnen waren für mich lange die absolut emanzipierten Frauen, die Männer hassten, in einem matriarchalen System leben wollten, ihre Weiblichkeit unterdrückten und auf die Barrikaden gingen! Das war nicht ich. Zum Glück habe ich mich geändert, aber auch das allgemeine Bewusstsein: Feminismus ist (laut Duden) die Richtung der Frauenbewegung, die von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen und der patriarchalischen Kultur anstrebt. Das ist was ich anstrebe und wofür ich mich einsetze. Ich bin Feministin! Alle Soroptimistinnen sind Feministinnen.
Immer wieder höre ich, dass wir in einem Land leben, das die rechtliche Gleichberechtigung vorsieht und dennoch – wir Frauen wissen, dass das wenig bedeutet, wenn man in einem Land lebt, in dem die patriarchalen Familienbilder die Gesellschaft prägen. „Frauen sollen nicht in Führungspositionen kommen, dass wäre nicht mit ihren Verpflichtungen in der Familie in Einklang zu bringen“ und „die ideale Berufswahl ist ein Job, der irgendwann das Part-Time ermöglicht, damit man sich um die Kinder kümmern kann“ oder „der Mann hat das Sagen bezüglich Finanzen, Haus und Auto … da kennt er sich sicher besser aus“, „Frauen haben das Objekt der Begierde zu sein!“ … welche kurz- und langfristigen Fallen das mit sich bringt, ist nicht einmal allen Frauen bewusst! Viel zu lang haben Männer und Frauen weggeschaut, wenn Gewalt jeglicher Art an Frauen ausgeübt wurde (von „Familiensache, geht niemanden was an“, „andere Kultur“ bis zu „die ist zu empfindlich“ und „es ist ja nur so“).
JETZT IST SCHLUSS DAMIT!!!!
Wir fordern, dass Männer genau so viel Verantwortung übernehmen wie Frauen, wenn es sich um Familie und unbezahlte Betreuungsaufgaben handelt, damit Frauen die Verantwortung in Politik und in Unternehmen übernehmen können, die ihnen zusteht! Jungen Frauen soll die Perspektive ermöglicht werden berufliche Ziele anstreben zu können. Junge Mütter sollen in die Lage versetzt werden, sich um das ältere Ich zu kümmern. Frauen sollen die Möglichkeit haben selbstbestimmt und sicher vor Übergriffen aller Art zu leben …
Dafür werde ich mich in den nächsten 2 Jahren einsetzen, denn
ICH BIN SOROPTIMISTIN!


 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff, Präsidentin SI Österr. Union - (c) FHWN
29.01.2020

Einander Gesundheit spenden

Stammzellenspenden können Leben retten

Liebe Clubschwestern,
während es in den Clubs unseres Landes reges Treiben gibt, sind manche unserer CS und ihre Familienmitglieder mit gesundheitlichen Herausforderungen mehr als beschäftigt. Aus gegebenem Anlass rufen wir alle unter 45-jährigen CS dazu auf, einmal über eine Stammzellenspende per Wangenabstrich nachzudenken und sich registrieren zu lassen. Auf der GV bemühen wir uns Test-Kits aufliegen zu haben.

Der Wangenabstrich braucht nur ein paar Minuten, genauso wie die Registrierung dafür. Mit diesen 10 Minuten könntet ihr vielleicht die passende Spenderin für jemanden sein und mit euren Stammzellen Leben retten!

Die Stammzellenspende ist vergleichbar mit einer etwas längeren Blutabnahme, meist nicht zu spüren. Schlimmstenfalls leidet man kurz an grippeähnlichen Symptomen. Mehr Info zum Thema findet ihr unter participate.roteskreuz.at/stammzellen/ 
Vielen Dank!

 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff, Präsidentin SI Österr. Union - (c) FHWN
25.11.2019

Wir profitieren gemeinsam

Deshalb unterstützen wir 'Orange the World'

Während der Orange the World Kampagne passt die Überschrift „Wir profitieren gemeinsam“ weiterhin. Wie? Nochmal? Wenn Frauen keine Gewalt erleben, profitieren Frauen und Männer, unsere ganze Gesellschaft.
Die OTW Kampagne macht auf das Leiden vieler Frauen aufmerksam. Jede dritte Frau ist Opfer von Gewalt heißt es in den Statistiken. Mit ihnen leiden oft ihre Kinder oder ihre Ursprungsfamilien. Aufmerksamkeit auf diesen Zustand zu lenken ist unsere Pflicht. Wir erheben unsere Stimme für alle diese betroffenen Frauen und Mädchen. Die Regierung und die politischen Parteien müssen unsere Stimme hören und uns spüren. Als WählerInnen haben wir das Werkzeug dazu, sie wissen zu lassen, was für Frauen wichtig ist.

Uns ist nicht nur die Sicherheit von Frauen und Mädchen wichtig. Die Sicherheit der Gesellschaft ist uns auch wichtig. Sie droht zu kippen, wenn Machtverhältnisse nicht ausgewogen sind. Somit sind wir auch in unsere sozial-politische Funktion aufgerufen, Männer mit ins Boot zu holen. Auch – ja auch. Nicht nur Aufmerksam machen. Nicht nur Frauen und Mädchen ermutigen, die Hand zu heben, wenn sie Gewalt erfahren. Männer müssen einander ein Zeichen setzen: Gewalt ist nicht in Ordnung. Egal an wem sie ausgeübt wird. Es löst keine Probleme. Gewalt startet und setzt eine Abwärtsspirale in Gang. Für alle Beteiligten.
Wenn Frauen keine Gewalt erfahren, können Beziehungen ausgewogen gelebt werden. Sind Frauen sicher und gesund, profitiert die ganze Gesellschaft. Es gilt dies täglich zu wiederholen. Bis die Statistiken eine die Abnahme der Gewaltfälle aufzeigen.

 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff, Präsidentin SI Österr. Union - (c) FHWN
23.09.2019

Wille zur Veränderung

167 Jahre bis zur Gleichberechtigung

Warum sind wir Soroptimistinnen geworden? Was hat uns dazu bewogen uns  den  Zielen  des  Soroptimist  Clubs  anzuschließen? Können wir konkret formulieren, warum wir dabei sind? Wie viele Frauen musste auch ich gut überlegen, ob ich Zeit und Energie für ein Club-Engagement aufbringen möchte.  Das  warum  konnte ich schnell formulieren: Ich  wollte  einer  Organisation  angehören,  die  sich  der  Verbesserung  der  Stellung  der  Frau  annimmt.  Unsere  Vision, Werte und Ziele definieren sehr genau was uns ausmacht.  Ausmachen  soll.  Ein  anderer  Beweggrund  waren meine Töchter: Ich wollte an einem Verständnis der   Öffentlichkeit   mitwirken,   das   sich   vorwärts   entwickelt   ein   Verständnis   der   Gerechtigkeit   und   Gleichberechtigung,  das  in  vielen  „Traditionen“  nicht  vorhanden ist. Österreich war und ist sehr konservativ was das Bild der Frau angeht. Ich nehme auch bewusst wahr,  dass  wir  österreichische  Soroptimistinnen  uns  in  Berufen  und  in  Kreisen  bewegen,  in  denen    sich  dieses  Bild  nur  langsam  aufweicht.  Und  dabei  geht  es  uns „gut“.  Prognosen sagen, dass es noch 167 Jahre (!) dauern   wird,   bis   wir   völlige   Gleichberechtigung   erlangen.

Aber wie sieht die Realität außerhalb unserer Kreise, an den Rändern unserer Gesellschaft aus, wo Frauen weit weg  von  einer Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind? Es  sind hochfragile Konzepte. Selbst in  unseren  Reihen  kennen  wir  Frauen, die für sich täglich um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung kämpfen müssen. Soroptimistinnen heften sich die Hilfe für Frauen und  Mädchen  auf ihre Fahnen. Diese  Unterstützung  haben viele Frauen schon erlebt. Einige Clubs sind mit tatkräftigen  Projekten  sehr  engagiert  und  erfolgreich.  Es  gibt  dennoch  viel  mehr,  das  wir  noch  machen  könnten.  Jede  Clubschwester  und  jeder  Club  kann  im  Sinne  von  Awareness,  Advocacy  und  Action  im  eigenen  Umfeld  Themen    definieren;  Themen,  die  unserer  Aufmerksamkeit  und  unsere  Kraft  benötigen.

 

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