News

23.03.2021

Frauenrechte sind Menschenrechte

Soroptimistinnen zum Austritt von Ländern aus der Istanbul-Konvention

Seit 1921 gründet sich Soroptimist International (SI) auf den Grundsätzen der Menschenrechte, der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit, der Gleichheit, des Friedens und des internationalen Wohlwollens, um das Leben von Mädchen und Frauen jeden Alters zu verändern. SI ist eine weltweite Freiwilligenorganisation von und für Frauen in 3000 Gemeinden in 121 Ländern dieser Welt  - und jedes Mitglied ist gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

- (c) SI
- (c) SI

Mit grosser Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass mehrere Länder, die die Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (auch bekannt als Istanbul-Konvention) bereits unterzeichnet haben, sich von dieser Vereinbarung wieder zurückziehen, wodurch der gesetzliche Schutz von Frauen und Mädchen in diesen Ländern untergraben wird.

Jedes Land hat in den letzten zehn Jahren wichtige gesetzgeberische und politische Massnahmen zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen ergriffen, darunter die Unterzeichnung des Übereinkommens von Istanbul. Jedes Land, das die Konvention ratifiziert hat, hat innerstaatliche Rechtsvorschriften erlassen, die Frauen und Mädchen vor vielen Formen von Gewalt, insbesondere häuslicher Gewalt, schützen.

Mehr als 40 Länder und die Europäische Union haben diese wichtige Konvention unterzeichnet und ratifiziert, um den Grundprinzipien des humanitären Völkerrechts und anderer einschlägiger Übereinkommen, die seit der Gründung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurden, zu folgen und sich der weltweiten Gemeinschaft anzuschliessen, "ein Europa zu schaffen, das frei von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ist."

Die aktuelle COVID-19-Pandemie hat zu einem Anstieg der häuslichen Gewalt geführt, und viel mehr Frauen suchen Unterstützung und Hilfe für sich und ihre Kinder.

Gender Based Violence (GBV) wurde auf der UN-Generalversammlung 2015 als "Priorität der öffentlichen Gesundheit, ein Gebot der Gerechtigkeit", zugleich aber "ein Hohn der Menschenrechte und ein wirtschaftliches Schluckloch" bezeichnet. Die Stimmen der Überlebenden und ihrer Familien wurden von Angst und Stigma erstickt. Die Verringerung der Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen und Jugendliche bringt enorme Vorteile, weil sie die menschliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung in einer Weise fördern, die für die Erfüllung vieler der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Nachhaltige EntwicklungsZiele/Sustainable Development Goals bzw. SDGs) unerlässlich ist. Das Spektrum der Massnahmen ist breit und reicht von der Prävention bis zum Überleben, vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter und erstreckt sich auf eine Reihe wirtschaftlicher und sozialer Bereiche. "Jetzt, 25 Jahre nach der vierten Weltfrauenkonferenz in Peking und ein Jahrzehnt vor der Verwirklichung der SDGs", fragt sich selbst die Wissenschaft: "Was wird die anhaltende Gewalt gegen Frauen und Mädchen endlich durchbrechen?" (Quelle: Die Lancet Januar 2020). Und: "Wann werden Männer und Burschen ihrer Verantwortung für die Gewährleistung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen gerecht?"

Leider sind Mädchen und Frauen, die "Unsichtbare Mehrheit", immer noch mit der alltäglichen Realität konfrontiert, die von der Geburt bis ins hohe Alter mit Bedrohung durch geschlechtsspezifische Diskriminierung und Gewalt verbunden sein kann. Frauen und Mädchen sind in mehr oder weniger starkem Maße körperlichem, sexuellem und psychischem Missbrauch ausgesetzt, der sich über Einkommens-, Klassen- und Kulturgrenzen hinweg ausweitet. Diese Situation wurde durch die COVID-19-Pandemie noch verschärft. Und leider ist die Feststellung von Peking im Jahr 1995, dass "das seit langem bestehende Versäumnis, diese Rechte und Freiheiten im Falle von Gewalt gegen Frauen zu schützen und zu fördern, ein Problem für alle Staaten ist und angegangen werden sollte", auch heute noch besteht.

GBV "reduziert das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut einer Studie von UN Women (2016) um 2 % pro Jahr, was einem jährlichen Verlust von mehr als 1,358.637,984.000 Euro entspricht, wenn man nur die direkten medizinischen Kosten und unmittelbaren Produktivitätsverluste berücksichtigt. In einigen Ländern werden die jährlichen Kosten für GBV sogar auf mehr als 3,5% des BIP geschätzt, was doppelt so viel ist, wie das was viele Regierungen in die Bildung ihrer Bevölkerung investieren. Die langfristige, kumulative wirtschaftliche Belastung in Form der verlorenen Einkommensgenerierungskapazität ist viel höher."

Soroptimist International setzt sich weiterhin gegen alle Formen geschlechtsbezogener Gewalt ein und
a.) fordert alle Länder nachdrücklich auf, von diesem wichtigen Übereinkommen, das die Menschenrechte aller Frauen und Mädchen anerkennt, nicht zurückzutreten: stellen Sie Ihr Land nicht auf die falsche Seite der Geschichte, indem Sie die Menschenrechte von über 50 % der Weltbevölkerung nicht achten.
b.) fordert die Vereinten Nationen, den Europarat und die Europäische Union nachdrücklich auf, die Förderung der Geschlechtergleichstellung und der Gleichstellung von Frauen und Männern aufmerksam zu verfolgen; Frauenorganisationen und Aktivistinnen, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen, zu unterstützen und zu verteidigen.

Soroptimist International wird weiterhin die Menschenrechte von Frauen und Mädchen verteidigen und sich gegen alle regressiven Massnahmen wenden, die den Schutz von Frauen und Mädchen reduzieren oder aufheben.


Dazu bloggt Bettina Hahne, SI Repräsentantin im Europarat:

Ganze Abschnitte der Erklärung, die sich mit sexueller Belästigung oder der Gleichstellung der Geschlechter befassen, sind verschwunden, meldet die französische Zeitung Le Monde auf Basis einer Information der Presseagentur AFP, die verschiedene Textversionen verglichen hat.
Europa wirft Russland Behinderung und Rücknahme von Frauenrechten vor. Nach fünfwöchigen Verhandlungen am Tag und manchmal auch in der Nacht gab die Komission für die Rechtsstellung der Frau (CSW) am Freitag, dem 26. März, bei den Vereinten Nationen (UN) eine Minimalerklärung ab.
Obwohl die diesjährigen Verhandlungen mit einer neuen amerikanischen Regierung, die weniger konservativ ist als die von Donald Trump, einfacher sein sollten als die vorhergehenden, waren sie «die schwierigsten und angespanntsten seit drei Jahren», klagt ein Diplomat, der lieber anonym bleiben will: "es ist eine große Enttäuschung".

Der stellvertretende deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Günter Sautter, beklagte die «systematischen Versuche einiger Delegationen, den Prozess zum Entgleisen zu bringen und internationale Verpflichtungen und Verpflichtungen im Bereich der Geschlechtergleichstellung in Frage zu stellen. » Es «zeigt sich, dass die Unterdrückung der Frauenrechte weitergeht», beklagte er.

mehr...

20.03.2021

SI Austria: Awareness, Advocacy, Action

Round Table Einladung bei UN Women – 25. März 2021, 18:00 h auf Zoom

UN Women lädt monatlich zu einem virtuellen Round Table, und  diesmal steht "Soroptimist International Austria: Awareness, Advocacy, Action" im Mittelpunkt. Als Vortragende wurden unsere Unionspräsidentin Eliette Thurn und Maria Schönauer (Präsidentin Soroptimist Club Wien Vivata, Mitglied des Unionsvorstandes) gewonnen. Der virtuelle Round Table findet am Donnerstag, 25. März 2021 um 18:00 Uhr als Zoom Videokonferenz statt. Anmeldung unter info@unwomen.at

Einladung zum virtuellen Round Table - (c) sie/unwomen
Einladung zum virtuellen Round Table - (c) sie/unwomen

Wir österreichische Soroptimistinnen arbeiten mit UN Women Austria schon mehrere Jahre in der Kampagne "Orange The World – gegen Gewalt an Frauen" sehr erfolgreich zusammen.

Eliette Thurn und Maria Schönauer bieten einen Überblick über den wichtigen Einsatz für Frauen durch Soroptimist International Austria. Wir erreichen unsere Ziele, indem zahlreiche Projekte durchgeführt werden, die sich mit Bildung, Empowerment, Gesundheit, nachhaltiger Umwelt und der Bekämpfung von Gewalt an Frauen beschäftigen. Unsere Unionspräsidentin stellt beim Round Table insbesondere die Situation betagterer Frauen in den Vordergrund und erklärt Zusammenhänge von Gewalt, Altersarmut und Abhängigkeiten.
Um Anmeldung bis 24. März 2021 wird gebeten: info@unwomen.at
Interessent*innen erhalten nach der Anmeldung den Link zum virtuellen Round Table per E-Mail zugesandt. Damit können Sie der Zoom Videokonferenz zum Zeitpunkt des Meetings per Browser oder per kostenloser App beitreten.

UN Women bitte die Teilnehmer*innen um Spenden.

mehr...

15.03.2021

Ausschreibung ...

... für das Dr. Eveline Wunder Gedächtnisstipendium 2021/2022

Die Bewerbungsfrist für das diesjährige Evi-Wunder-Gedächtnisstipendium läuft von 15. März 2021 bis 31. Mai 2021, die Entscheidung über die Vergabe fällt Ende Juli.
Das Stipendium in Höhe von 4000 Euro wird im kommenden Herbst im Rahmen einer Veranstaltung verliehen.
Wir freuen uns über viele Bewerberinnen.

- (c) universität wien
- (c) universität wien

Das Stipendium soll Frauen zu einer Fortbildung dienen, durch die sie andere Frauen in vielfältiger Weise unterstützen können. Es soll Weiterbildung und Spezialisierung im Beruf ermöglichen sowie Möglichkeiten des Wiedereinstiegs in den Beruf.
Das Stipendium richtet sich an Frauen, die diese Fortbildung ohne dieses Stipendium nicht finanzieren könnten.

Das Stipendium kann sowohl an Soroptimistinnen als auch an außen stehende Frauen verliehen werden. Aufgrund der Pandemie werden diesmal nur europäische Kandidatinnen zugelassen.

Die angestrebte Weiterbildung muss an einer öffentlich anerkannten Institution, vorzugsweise in Österreich oder in einem Nachbarland, erfolgen. Die Bewerberinnen können eingeladen werden, sich bei der Österreichischen Union von Soroptimist International vorzustellen.

Die vollständigen und vollständig ausgefüllten Bewerbungsunterlagen (PDF und DOC im Anhang) sind  bis spätestens 31. Mai 2021 elektronisch an die TK Stipendien der SI Österreichischen Union zu senden (Adresse auf dem Formular).

mehr...

13.03.2021

Erstmals Generalversammlung online

Zentralthema 100-Jahr-Jubiläum

Während der enge Vorstandd in Wien - unter Einhaltung aller coronabedingten Vorschriften - in Präsenz tagt, wurden 101 Delegierte und 64 Silent Observer und die Mitglieder des erweiterten Vorstandes per Video-Konferenz zugeschaltet. Auch die Abstimmungen wurden per Online-Votum abgehalten.

Anders als traditionell treffen einander die Delegierten der SI Clubs diesmal virtuell - (c) gg
Anders als traditionell treffen einander die Delegierten der SI Clubs diesmal virtuell - (c) gg

Auf der Tagesordnung standen Wahlen künftiger Funktionsträgerinnen sowie Berichte von Vertreterinnen der Organisation bei den Vereinten Nationen, nachst-höheren Funktionsebenen, des Vorstandes und der Technischen Komitees. Ein Schwerpunkt der Arbeit des vergangenen Clubjahrs betraf die interne Kommunikation, die erfolgreichen Aktionen zum Ankauf von Tablet-Computern für die Bewohner*innen von Senioren- und Pflegeheimen in ganz Österreich sowie die aufmerksamkeii-erzielende Kampagne Orange the World. Mitte des Jahres wird die Kampagne anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Soroptimistinnen - 100 Jahre, 100 Tage, 100.000 Menschen - starten.

mehr...

21.02.2021

Tag der finanziellen Wahrheit

Wieviele Tageslöhne Frauen der Wirtschaft schenken

Equal Pay Day – der Tag, bis zu dem Männer ab Jahresbeginn unbezahlten Urlaub machen könnten, damit sie Ende des Jahres trotzdem das gleiche Einkommen wie Frauen erziehlt haben.

Einkommensvergleich – keine Kleinigkeit – (c) gg
Einkommensvergleich – keine Kleinigkeit – (c) gg

1979 wurde in den Vereinigten Staaten von einer Reihe von Frauenrechts- und Berufsverbänden das Nationale Komitee für  Lohngleichheit (NCPE) gegründet.   Es sollte die geschlechts- und rassischbedingte Lohndiskriminierung in den Staaten beseitigen und gleiche Bezahlung für Frauen erreichen. 1996 wurde erstmals der Equal Pay Day ausgerufen – der Tag, bis zu dem Männer ab Jahresbeginn unbezahlten Urlaub machen könnten, damit sie Ende des Jahres das gleiche Einkommen wie Frauen erziehlt haben. Im Durchschnitt natürlich.  
Da die Berechnung des Equal Pay Day auf statistischem Zahlenmaterial beruht, ist er natürlich nicht in allen Ländern dieser Erde gleich. Die Gesellschaft der Business & Professional Women hat diesen Aktionstag nach Europa gebracht und berechnen ihn seit 2009 auch für Österreich. Die Basis für die Berechnung des Equal Pay Day 2021 ist das Bruttojahreseinkommen von Frauen und Männern im Jahr 2019. Daraus resultiert ein Einkommensunterschied von 14,3 Prozent – das entspricht einer durchschnittlichen Arbeitsleistung von 52 Tagen und errechnet daher den österreich-durchschnittlichen Equal Pay Day 2021 auf den 21. Februar.
Wobei aus der Statistik des Einkommensberichts der Statistik Austria zu entnehmen ist, dass
Arbeiterinnen noch immer 27,4 Prozent weniger erhalten als ihre männlichen Kollegen, angestellte Frauen sogar um 31,4 Prozent weniger als angestellte Männer,
weibliche Vertragsbedienstete immerhin nur mehr 5,9 Prozent weniger als männliche, hingegen Beamtinnen bereits bis zu 4,8 Prozent mehr als ihre Kollegen bekommen.
Im Bundeländervergleich wird der EPD (Equal Pay Day) für zwischen 18. Jänner (Wien) und 26. März 2021 (Vorarlberg) errechnet.
Auch in Österreich wird bereits seit Jahrzehnten über „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ verhandelt. Es ist höchste Zeit, dass diese Verhandlungen endlich zu einem Abschluss kommen – denn während sich die Lohnschere zuletzt sehhhhr langsam zu schließen schien, hat Corona sie nun wieder deutlich geöffnet – aber das wird man erst im kommenden Jahr deutlich sehen. Spüren kann man es jetzt schon.

mehr...