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03.12.2022

SOROPTIMISTINNEN LEGEN FOKUS AUF PRÄVENTION

Wiener Riesenrad leuchtete gegen Gewalt an Frauen

Die UN-Kampagne „Orange The World“ setzt 16 Tage lang ein sichtbares Zeichen gegen geschlechterspezifische Gewalt setzen. Am 1. Dezember erstrahlte dazu –  als eine der wenigen Ausnahmen im Energiespar-Winter –  das Wiener Riesenrad in orange Licht. Organisiert wurde diese Aktion von Soroptimist International Austria auf Initiative des Clubs Wien Ringstrasse. Dabei erhielten die CS Unterstützung von Bundesministerin Alma Zadić und dem Menschenrechtsexperten Homayoun Alizadeh.

J.M.Mühlhauser, BM Alma Zadić, UP Eliette Thurn, Homayoun Alizadeh – © Lisa_Resatz
J.M.Mühlhauser, BM Alma Zadić, UP Eliette Thurn, Homayoun Alizadeh – © Lisa_Resatz

„Ich will, dass das Leben von Frauen und Mädchen in Österreich sicherer wird“, erklärte Bundesministerin Alma Zadić. „Orange The World“ leiste dabei einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Um die Gewaltspirale nachhaltig zu durchbrechen, brauche es eine bundesweite Strategie, die schon im Kindesalter beginne, so die Ministerin: „Echte Gleichstellungspolitik ist die beste Prävention gegen Gewalt an Frauen.“
"Opfer sollen sich trauen, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen", sagt SI Österreich-Präsidentin Eliette Thurn.  Aufgrund der erschütternden Statistik über die zunehmenden Frauenmorde, rückt die Dringlichkeit von Maßnahmen und vor allem von Prävention in den Fokus der Öffentlichkeit. Ihre Projektarbeit widmen die Soroptimistinnen seit Jahren dieser Problematik. Sie unterstützen u. a. Frauenhäuser und Überbrückungsunterkünfte für Frauen, die sich in herausfordernden Lebenssituationen befinden. Unter dem Motto „Awareness rising“ setzen sie besonders auf Prävention, die schon im Kindesalter beginnt.
„Je früher, umso nachhaltigere Erfolge können erreicht werden“, ist Judith Maria Mühlhauser, Präsidentin des Clubs Soroptimist Wien Ringstrasse, überzeugt. . „Es ist uns daher besonders wichtig, Projekte wie etwa Workshops zur Empathie Förderung im Kindergartenalter oder zum Thema Konfliktlösung für Schüler*innen zu fördern und damit auf frühzeitige Prävention zu setzen, damit Aggression erst gar nicht zu Gewalt ausartet.“
Hinschauen, ansprechen und nicht stillschweigend tolerieren – das sind wichtige Schritte, die von jedem Menschen im persönlichen Umfeld gesetzt werden können, damit ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben zur Selbstverständlichkeit wird.
Homayoun Alizadeh, ehemaliger leitender Funktionär des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte in Afrika und Asien berichtete im Zuge der Verantaltung über die Ziele und Aufgaben des neu gegründeten „Personenkomitees zur Unterstützung der Frauen- und Jugendbewegung im Iran – Die Mahsa Jina Amini Initiative“. Hauptaufgabe des Personenkomitees, welchem unter anderem Elfriede Jelinek, Heide Schmidt, Terezija Stoisits, Monika Helfer und Michael Köhlmeier angehören, ist es, die Öffentlichkeit in EU-Mitgliedstaaten über die weiteren Entwicklungen der Frauen- und Jugendbewegung im Iran zu informieren.

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26.11.2022

ORANGE in den Medien

Eliette Thurn im 'Studio2' zu Gast

Weltweit gesehen, wird alle elf Minuten eine Gewalttat gegen eine Frau oder ein Mädchen von einem Partner oder Familienmitglied ausgeübt. Der 25. November ist jedes Jahr der Auftakt der Kampagne "Orange the World 16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Dazu ist die Präsidentin der Organisation Soroptimist International Austria, Eliette Thurn, im Studio2 des ORF zu Gast.

Studio2 vom 25.11.2022 (7 Tage abrufbar)

Eliette Thurn im Studio2 –	© screen orf2
Eliette Thurn im Studio2 – © screen orf2

Hier ein Auszug aus dem Gespräch:
Gewalt ist ein Zeichen von Schwäche, nicht von Stärke.
Wir leben in einer Gesellschaft, die noch immer patriarchalisch strukturiert ist.  So dass viele Männer glauben, sie hätten das Sagen. Und wenn eine Frau ihren Ansprüchen nicht genügt,  nehmen sie sich das Recht, das zu erzwingen.  Wir müssen bedenken, dass Gewalt nicht immer mit physischer Gewalt beginnt. Davor haben wir noch die psychische Gewalt. Im Prozess heißt es dann immer „Das war ein Blackout“, nur ein Moment.  Wenn man sich dann anschaut, wie es zum Frauenmord kommt, dann gibt es immer eine lange Vorgeschichte an psychischer und physischer Gewalt. Frauen die kontrolliert, eingeschränkt werden, so dass ihr Selbswertgefühl sinkt und sie sehr lange warten, bis sie sich zur Wehr setzen.
Soroptimistinnen setzen auf Prävention. Man muss bereits bei den Kindergartenkindern ansetzen, damit schon Kinder lernen, dass es eine Gleichwertigkeit von Männern und Frauen gibt und dass man seinen Willen nicht mit Gewalt durchsetzen darf. Im Schulalter müssen Mädchen und junge Frauen lernen Grenzen zu setzen – bis wohin fühle ich mich wohl, wann ist der Moment in dem ich Nein sagen muss – und diese Grenzen dann auch einzuhalten.
Die Zusammenarbeit mit Männerberatungsstellen ist ganz wichtig. Das wurde lange Zeit vernachlässigt. Denn auch Männer brauchen in der Not einen Anlaufplatz. Oft gibt es auch Männer, die merken, dass sie zu Gewalt tendieren und bereit sind, Hilfe zu suchen.  Und es gibt jetzt diese Männerberatungsstellen.  Wir müssen diese Beratungsstellen bekannter machen und Männer dabei unterstützen, sich an diese zu wenden. Auch über die jetzt verpflichtend gewordenen Gesprächstermine nach Wegweisungen. Denn nur durch diese Gespräche kommt man auch als Mann aus der Gewaltspirale.
In ganz vielen Veranstaltungen wird auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ eingegangen – es geht uns alle an. Gewalt ist keine Privatsache – wir müssen hinschauen, hinhören, hingehen und fragen, wenn es in einer Partnerschaft erste Anzeichen für Gewalt gibt, und Hinweise auf Hilfe geben.

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20.11.2022

ORANGE THE WORLD – diesmal müssen die Herzen leuchten

Wegen der Energie-Verteuerung greifen Soroptimistinnen zu Schals, Handschuhen und Kreidesprays

Kriege, Katastrophen und Klimakapriolen beherrschen die Gespräche der Menschen in diesem Jahr. Viele fürchten sich vor der Zukunft. Manche engagieren sich gegen Kommendes. Einige meinen, ihre Probleme mit Gewalt lösen zu können. Oft sind Frauen und Kinder das Ziel dieser Gewalt, nicht nur anderswo, sondern leider auch in Österreich. Die Kampagne "ORANGE THE WORLD – 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen" von 25. November, dem “Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen” bis 10. Dezember, dem “Internationalen Tag der Menschenrechte”, will das Bewusstsein dafür schärfen, dass Gewalt keine Lösung ist.

Mehr zu den aktuellen Veranstaltungen und Aktivitäten auf orangetheworld.soroptimist.at

Heuer weisen Kreidehände darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen auch in Österreich keinen Platz haben darf – © club traunsee
Heuer weisen Kreidehände darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen auch in Österreich keinen Platz haben darf – © club traunsee

Traditioneller Weise sind in den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Gebäude, Wahrzeichen und Landmarken in aller Welt in orange Licht gehüllt, um auf die Anliegen der Kampagne aufmerksam zu machen. In diesem Jahr - und angesichts der Tatsache, dass elektrische Energie aufgrund des russischen Krieges in der Ukraine plötzlich zu einem unerwartet teuren Gut geworden ist – bleiben viele Scheinwerfer dunkel. Um das Land trotzdem orange zu färben, greifen die Soroptimistinnen Österreichs zu anderen Farbmarkierungen: Fahnen, Flaggen und orange Bänder flattern vor Häusern und von Laternen; Plakate und Transparente erklären geduldig, dass Gewalt das Problem, aber nicht die Lösung sein kann – schon gar nicht in Familien; orange Kreide-Spuren auf Gehsteigen und Fahrbahnen sollen das auch jenen in Erinnerung rufen, die lieber zu Boden schauen, als ihren Mitmenschen in die Augen.

Die Clubschwestern der Soroptimist-Clubs Österreichs organisieren in diesen Tagen die unterschiedlichsten Veranstaltungen, um auf das Thema aufmerksam zu machen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Spenden, die bei diesen Veranstaltungen gesammelt werden, kommen wie jedes Jahr Hilfsprojekten für Frauen regional, national und international zugute.

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06.11.2022

Migräne steckt in der Haut

Elisabeth Russe erhält das Dr. Suzanne Noël Stipendium für ihre Forschung

Das Dr. Suzanne Noël Stipendium wird von der Föderation SI Europa alle zwei Jahre vergeben. Es richtet sich an Chirurginnen, die eine Weiterbildung im Fachgebiet der plastischen Chirurgie anstreben. In diesem Jahr wurde das Stipendium erstmals einer Medizinerin zugesprochen, deren Forschungsprojekt auf diesem Gebiet einzigartig ist: Elisabeth Russe, Fachärztin der plastischen, rekonstruktiven und ästhetischen Chirurgie im a.ö. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg, forscht über die Zusammenhänge zwischen Haut und Migräne. Club Zell am See hat Elisabeth Russe für das Stipendium vorgeschlagen. Es wurde anlässlich der Weintaufe in Krems überreicht.

Elisabeth Neumayr, Club Zell/See, Elisabeth Russe, Eliette Thurn – © gg
Elisabeth Neumayr, Club Zell/See, Elisabeth Russe, Eliette Thurn – © gg

Haut und Nerven – wo die Migräne merkbar wird

Im Zuge ihrer Studie konnte die Medizinerin Elisabeth Russe als erste den Zusammenhang zwischen Hauteigenschaften und Migräne nachweisen. Sie ging bei ihrer Arbeit der Tatsache nach, dass Haut und Nervensystem in der embryologischen Entwicklung von demselben Gewebe abstammen.

Russe ist weltweit eine der wenigen Chirurgen, die Migräne operieren kann. "Dadurch habe ich die Möglichkeit, Haut als Abfallprodukt bei der Operation zu entfernen und in Folge weiter zu untersuchen", erklärt sie Details. "Dies gepaart mit der vollkommen verrückten Idee, Migräne in der Haut überhaupt zu suchen, hat uns diese medizinische Sensation ermöglicht."

Russe analysierte Haut von Migräne-Patienten, um Kälterezeptoren zu identifizieren, da zwischen Temperatur und Migräne bzw. Kopfschmerz bereits Zusammenhänge bekannt sind. Migräneanfälle sind im Winter deutlich häufiger als im Sommer, Temperaturstürze und Wetterwechsel lösen Migräneanfälle aus und die Bewohner kühlerer Klimazonen sind deutlich häufiger von Migräne betroffen als jene in wärmeren Ländern. Dies zeigt sich unter anderem durch den einschießenden Kopfschmerz, wenn etwas eiskaltes getrunken wird (brain freeze), aber auch die Wohltat eines Cool Packs auf einer schmerzenden Stelle. Messungen ergaben, dass der untersuchte Kälterezeptor bei Migränepatienten um den Faktor 136 niedriger ist, als bei Menschen, die von Migräne verschont sind. "Nicht medizinisch gesprochen wäre der Faktor 2 schon eine Sensation gewesen, 136 ist ohne Worte", sagt Russe. Dieses Ergebnis wurde bisher bei acht Proben bestätigt. "Wir konnten das eigentlich selbst nicht glauben", erzählt die Medizinerin.

Für diese Forschung wurde ihr nun das Stipendium zugesprochen, das nach der französischen plastischen Chirurgin Suzanne Noël benannt ist. Das Geld wird zur Fortsetzung und Publikation der Studie verwendet.
Österreichs Soroptimistinnen gratulieren sehr herzlich.

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22.10.2022

Solidarität mit den Frauen und der Freiheitsbewegung im Iran!

Seit Tagen protestieren Frauen europaweit in Städten wie Basel, London, Brüssel, oder Berlin. Auch in Österreich gibt es immer wieder Kundgebungen!

Viele in Österreich lebende Frauen, aus unterschiedlichen Teilen des Irans, werden jetzt um ihre im Iran lebenden Familienangehörigen bangen, die sich an den Protesten beteiligen. Ihnen und allen mutigen Frauen und Unterstützer*innen im Kampf gegen den Kopftuchzwang und für Freiheit gilt unsere Solidarität.

"Frauenrechte sind Menschenrechte – überall!


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