Blog der Präsidentin

eliette_ponem_rot_quer.jpgEliette Thurn, Präsidentin SI Österr. Union 2020-2022 – (c) privat
25.11.2020

Nur wenn wir alle umdenken ...

... können wir Gewalt an Frauen besiegen!!!!.

Frauen erleben an vielen Orten Gewalt, an öffentlichen Orten, am Arbeitsplatz und in der Familie, und auch viele Formen der Gewalt von physisch bis zu psychisch.  Nur durch Schaffung von Bewusstsein können wir etwas bewegen.

Seit Jahrzehnten werden Bemühungen gesetzt, um Gewalt an Frauen zu bekämpfen, aber erschreckenderweise tut sich sehr wenig, im Gegenteil die Zahlen sagen uns, dass es immer schlimmer wird und der Grund dafür ist, dass wir nach wie vor in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft leben, an der Männer – aber auch Frauen – festhalten.

Über eine Freundin habe ich von einer Frau erfahren, ein Opfer von häuslicher Gewalt; das Schlimmste für sie war, dass die Nachbarn immer an Ihrer Tür geklopft haben, wenn die Kinder zu laut waren, aber nie, wenn sie von ihrem Mann geschlagen wurde.  Viel zu oft wird Gewalt in der Familie als Privatangelegenheit betrachtet: und gerade da setzt eine Kampagne wie „Orange the World“ an. Es muss uns allen bewusst sein, dass keine Form an Gewalt geduldet werden kann.

Viel zu oft sind wir in unserer Gesellschaft auch sehr schnell dabei, Ursachen für eine Gewalttat zu suchen. „Victim Blaming“ findet in den Medien, aber auch in unseren Köpfen statt.  Hier müssen wir ansetzen und  nie folgende Fragen stellen: was hatte sie an? War sie alleine unterwegs? War er betrunken? War sie betrunken? War es das erste Mal? War sie ihm untreu? War er sonst immer nett? … das ist alles irrelevant.  Gewalt ist Gewalt  und ist unter keinen Umständen zu rechtfertigen.
Gerade dieses Verhalten hält auch viele Opfer davon ab eine Anzeige zu erstatten und das geht so weit, dass Opfer am Ende selbst glauben „es nicht besser verdient zu haben“.

Einige Verhaltensmuster von Männern werden schon damit wie selbstverständlich hingenommen, weil Männer eben Männer sind. Aber dieses scheinbare Gewohnheitsrecht darf in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr finden.
Erschreckend ist die Tatsache, dass nur geschätzte 8,8 % der Frauen, die eine Vergewaltigung erlebten, Anzeige erstatten.  Ältere Untersuchungen (aus den 80er Jahren) gehen von Dunkelziffern zwischen 1:10 bis 1:25 aus. Nur 6,4 % der Frauen mit sexueller Gewalterfahrung erstatteten Anzeige.
Wir sehen, dass die Situation nicht besser wird. Im Gegenteil, junge Frauen sind mit neuen Formen der Gewalt konfrontiert. Neue Medien eröffnen neue Möglichkeiten an Gewalt. Unzählige junge Frauen sind mit „Revenge Porn“ konfrontiert. Ein Mann, erotische Fotos seiner Freundin versendet, hat von der Gesellschaft nichts zu befürchten, die abgebildete Frau aber sehr wohl!!! Frauen werden für ihr Verhalten schnell verurteilt und leichtfertig als Mittäterinnen gesehen, aber das ist alles irrelevant:  Gewalt ist Gewalt.
Das Thema Gewalt an Frauen ist heuer leider noch aktueller als sonst. Leider sind die Zahlen häuslicher Gewalt gestiegen, wobei wir von einem ganz starken Anstieg der Grauzahlen ausgehen müssen. In Zeiten der Quarantäne war und ist es vielen Frauen nicht möglich ihre Peiniger anzuzeigen. Und sie werden in Zeiten der Krise sogar noch viel resilienter.

Deswegen bin ich überzeugt, dass die Kampagne Orange the World so wichtig ist, denn Gewalt an Frauen bekämpft man in erster Linie in den Köpfen der Gesellschaft!!!

 

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eliette_ponem_rot_quer.jpgEliette Thurn, Präsidentin SI Österr. Union 2020-2022 – (c) privat
04.11.2020

Digital gegen die psychosoziale Pandemie

Der 2. Lockdown beeinflusst unser Leben enorm und die Geschehnisse vom 2. November in Wien haben uns alle tief erschüttert.
 
Wir befinden uns nicht nur in einer Corona-Pandemie, sondern auch in einer psychosozialen Pandemie,  die – laut Studien der Sigmund Freud Privat-Universität – ein Viertel der Bevölkerung betrifft. Menschen sind von Ängsten begleitet und vielen unterschiedlichen (neuen) Stressfaktoren ausgesetzt. Zudem erleben wir auch eine Polarisierung der Gesellschaft: die einen, die weiterhin in Angst vor einer Ansteckung leben – die anderen, die von Corona nichts mehr wissen wollen. Allein diese Extreme belasten.
Es ist also wirklich eine herausfordernde Zeit!
Sicher ist aber auch, dass unser Handeln mehr denn je gefordert ist!

Viele von uns haben bereits erlebt, dass Online-Meetings (MS Teams, Zoom, ..) ein Präsenztreffen zwar nicht ersetzen können, aber derzeit die einzige Möglichkeit sind, unsere Clubmeetings durchzuführen. Bitte nützt die Technik, Clubmeetings müssen einfach stattfinden (Statuten).
Und bitte haltet weiterhin eine aktive Gemeinschaft im Club aufrecht! Kontaktiert Clubschwestern auch einzeln, diejenigen, mit denen Ihr eng verbunden seid und diejenigen, die Euch vielleicht nicht so nahestehen, oder zu denen Ihr nicht immer einen so direkten Draht hin findet. Jeder Club lebt von der Vielfalt – der Unterschied macht uns aus und die Ergänzung verbindet uns.

Und bleibt kreativ. Vielleicht können Eure Projekte nicht mehr in gewohnter Form durchgeführt werden, aber es gibt vieles, was wir tun können, ohne physischen Kontakt zu haben. Projekte sind das Herzstück unserer Arbeit und sie sichern den Zusammenhalt in den Clubs – ganz besonders in schwierigen Zeiten.

Wir können derzeit keine Veranstaltungen durchführen, das betrifft ganz besonders unser Projekt Orange the World, für das Ihr alle schon viel Vorbereitungsarbeit geleistet habt. Aber wir können die Gebäude beleuchten, so auf das Thema hinweisen und aktive Pressearbeit machen – die ist jetzt wichtiger denn je.
Weist dabei auch darauf hin, dass ...
•    wir unseren Töchtern klar machen, dass sie keine Gewalt dulden dürfen
•    unsere Söhne wissen sollen, dass Partnerschaft Gleichstellung bedeutet
•    wir starke Männer benötigen, die an fremden Türen klopfen und so Gewalt stoppen können
•    Gewalt an Frauen präsent ist, auch dort wo man sie nicht sieht


 

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eliette_ponem_rot_quer.jpgEliette Thurn, Präsidentin SI Österr. Union 2020-2022 – (c) privat
05.10.2020

Warum Gleichberechtigung nicht Gleichstellung und Feministin kein Schimpfwort ist!!!

Seit 1.10.2020 habe ich die Ehre Präsidentin der Union der Soroptimist Clubs Österreichs zu sein. In dieser Funktion und mit „100 Jahre Soroptimismus“ vor der Tür muss ich mir nochmals gut überlegen, wofür ich kämpfe und welche Ziele ich in den nächsten zwei Jahren erreichen möchte. Welches Feuer kann ich den vielen tollen Frauen weitergeben, die mit mir begeisterte Soroptimistinnen sind und sich für Frauen und Mädchen in den österreichischen Clubs einsetzten?
Immer wieder merke ich, dass Soroptimistin zu sein eine Gratwanderung ist. Wir wollen die Frauen sein, die durch unser Vorbild, unsere Intelligenz und unseren Fleiß der Welt klar machen, dass Frau und Mann gleich sind! Wir wollen in unseren Gemeinden Frauen und Mädchen unterstützen und fördern und wir wollen uns bei der UNO für die Frauenrechte starkmachen, aber wir wollen nicht auf die Barrikaden gehen …
Feministinnen waren für mich lange die absolut emanzipierten Frauen, die Männer hassten, in einem matriarchalen System leben wollten, ihre Weiblichkeit unterdrückten und auf die Barrikaden gingen! Das war nicht ich. Zum Glück habe ich mich geändert, aber auch das allgemeine Bewusstsein: Feminismus ist (laut Duden) die Richtung der Frauenbewegung, die von den Bedürfnissen der Frau ausgehend, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen und der patriarchalischen Kultur anstrebt. Das ist was ich anstrebe und wofür ich mich einsetze. Ich bin Feministin! Alle Soroptimistinnen sind Feministinnen.
Immer wieder höre ich, dass wir in einem Land leben, das die rechtliche Gleichberechtigung vorsieht und dennoch – wir Frauen wissen, dass das wenig bedeutet, wenn man in einem Land lebt, in dem die patriarchalen Familienbilder die Gesellschaft prägen. „Frauen sollen nicht in Führungspositionen kommen, dass wäre nicht mit ihren Verpflichtungen in der Familie in Einklang zu bringen“ und „die ideale Berufswahl ist ein Job, der irgendwann das Part-Time ermöglicht, damit man sich um die Kinder kümmern kann“ oder „der Mann hat das Sagen bezüglich Finanzen, Haus und Auto … da kennt er sich sicher besser aus“, „Frauen haben das Objekt der Begierde zu sein!“ … welche kurz- und langfristigen Fallen das mit sich bringt, ist nicht einmal allen Frauen bewusst! Viel zu lang haben Männer und Frauen weggeschaut, wenn Gewalt jeglicher Art an Frauen ausgeübt wurde (von „Familiensache, geht niemanden was an“, „andere Kultur“ bis zu „die ist zu empfindlich“ und „es ist ja nur so“).
JETZT IST SCHLUSS DAMIT!!!!
Wir fordern, dass Männer genau so viel Verantwortung übernehmen wie Frauen, wenn es sich um Familie und unbezahlte Betreuungsaufgaben handelt, damit Frauen die Verantwortung in Politik und in Unternehmen übernehmen können, die ihnen zusteht! Jungen Frauen soll die Perspektive ermöglicht werden berufliche Ziele anstreben zu können. Junge Mütter sollen in die Lage versetzt werden, sich um das ältere Ich zu kümmern. Frauen sollen die Möglichkeit haben selbstbestimmt und sicher vor Übergriffen aller Art zu leben …
Dafür werde ich mich in den nächsten 2 Jahren einsetzen, denn
ICH BIN SOROPTIMISTIN!


 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff, Präsidentin SI Österr. Union - (c) FHWN
29.01.2020

Einander Gesundheit spenden

Stammzellenspenden können Leben retten

Liebe Clubschwestern,
während es in den Clubs unseres Landes reges Treiben gibt, sind manche unserer CS und ihre Familienmitglieder mit gesundheitlichen Herausforderungen mehr als beschäftigt. Aus gegebenem Anlass rufen wir alle unter 45-jährigen CS dazu auf, einmal über eine Stammzellenspende per Wangenabstrich nachzudenken und sich registrieren zu lassen. Auf der GV bemühen wir uns Test-Kits aufliegen zu haben.

Der Wangenabstrich braucht nur ein paar Minuten, genauso wie die Registrierung dafür. Mit diesen 10 Minuten könntet ihr vielleicht die passende Spenderin für jemanden sein und mit euren Stammzellen Leben retten!

Die Stammzellenspende ist vergleichbar mit einer etwas längeren Blutabnahme, meist nicht zu spüren. Schlimmstenfalls leidet man kurz an grippeähnlichen Symptomen. Mehr Info zum Thema findet ihr unter participate.roteskreuz.at/stammzellen/ 
Vielen Dank!

 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff, Präsidentin SI Österr. Union - (c) FHWN
25.11.2019

Wir profitieren gemeinsam

Deshalb unterstützen wir 'Orange the World'

Während der Orange the World Kampagne passt die Überschrift „Wir profitieren gemeinsam“ weiterhin. Wie? Nochmal? Wenn Frauen keine Gewalt erleben, profitieren Frauen und Männer, unsere ganze Gesellschaft.
Die OTW Kampagne macht auf das Leiden vieler Frauen aufmerksam. Jede dritte Frau ist Opfer von Gewalt heißt es in den Statistiken. Mit ihnen leiden oft ihre Kinder oder ihre Ursprungsfamilien. Aufmerksamkeit auf diesen Zustand zu lenken ist unsere Pflicht. Wir erheben unsere Stimme für alle diese betroffenen Frauen und Mädchen. Die Regierung und die politischen Parteien müssen unsere Stimme hören und uns spüren. Als WählerInnen haben wir das Werkzeug dazu, sie wissen zu lassen, was für Frauen wichtig ist.

Uns ist nicht nur die Sicherheit von Frauen und Mädchen wichtig. Die Sicherheit der Gesellschaft ist uns auch wichtig. Sie droht zu kippen, wenn Machtverhältnisse nicht ausgewogen sind. Somit sind wir auch in unsere sozial-politische Funktion aufgerufen, Männer mit ins Boot zu holen. Auch – ja auch. Nicht nur Aufmerksam machen. Nicht nur Frauen und Mädchen ermutigen, die Hand zu heben, wenn sie Gewalt erfahren. Männer müssen einander ein Zeichen setzen: Gewalt ist nicht in Ordnung. Egal an wem sie ausgeübt wird. Es löst keine Probleme. Gewalt startet und setzt eine Abwärtsspirale in Gang. Für alle Beteiligten.
Wenn Frauen keine Gewalt erfahren, können Beziehungen ausgewogen gelebt werden. Sind Frauen sicher und gesund, profitiert die ganze Gesellschaft. Es gilt dies täglich zu wiederholen. Bis die Statistiken eine die Abnahme der Gewaltfälle aufzeigen.

 

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