Blog der Präsidentin

marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff, Präsidentin SI Österr. Union - (c) FHWN
18.05.2019

Unsere Wahl

In der vergangenen Woche strahlte Ö1 eine Sendung des Salzburger Nachstudios mit dem Titel „Der russische Sonderweg" aus. Die gesamte Sendung war spannend, aber die wohl spannendste Aussage des Rechtsideologen Alexander Dugin war „wenn die EU ihre Stellung gegenüber den USA nicht nutzt, ist das ihr Problem“. Manche EU-Politiker und fast alle nationalen Politiker sind immer noch darauf bedacht die nationalen Agenden vor EU-Politik zu reihen. Gewiss haben die 28 Mitgliedstaaten aus ihren wirtschaftlichen, politischen, wie auch kulturellen Unterschieden divergente Zugänge und Auffassungen was in dem Gefüge der EU wichtig ist. Rainer Münz, österreichischer Bevölkerungswissenschafter und Sonderberater beim Zentrum für EU-politische Strategie unterstrich in einem Vortrag unlängst: Europa müsse seine Macht und Stärke als Gegenpol zu USA und Russland ausüben. Hierzu bedarf es aber Politikern und einer Strategie der vereinten Kräfte der EU Mitgliedstaaten mit Fokus auf Umwelt, wirtschafts- und gesellschaftspolitische Themen.

Zurzeit sind Politiker am Werk, die Europa förmlich entweder zum Stagnieren bringen oder den Rückwärtsgang einschalten möchten. Sie sind leider nicht die einzigen Politiker, die so agieren. Auch die drei Großen, Trump, Putin und Xi schauen ausschließlich auf ihren eigenen Kuchen; und sämtliche weiteren Regierungschefs treiben es ähnlich: Ich bin wichtig, mein Land ist wichtig, ich bin der G’scheiteste. Völlig ignoriert bleibt, dass wir auf diesem Erdball nicht mehr übersehen können, dass jedes Land und jeder Großkonzern in seinem Tun Wirkung auf andere Länder und auf die Umwelt hat.

Europa hat mühsam gelernt, dass es gemeinsam besser aufgestellt ist. Frieden ist für die meisten von uns ein langer Wegbegleiter. Die weiteren Vorteile der EU sind wunderbare Zuckerl. Warum wollen wir diesen Frieden in Gefahr bringen?

Nun läuft diese Gemeinschaft Gefahr ihre Vision zu verlieren. Die einzelnen Länder setzen die gemeinsame geballt Macht gegenüber den Großen dieser Welt auf's Spiel. Ja, nationale Agenden sind wichtig. Aber zerfleddert sich dieses EU-Konstrukt, verlieren die einzelnen Länder ihre Stimmen in der großen Welt. Russland wird es egal sein, ob einzelne europäische Länder aufschreien, sollte es weiter auf „Expansionskurs“ gehen. China kauft sich rechts und links überall hinein. Ob das benachbarte Land von XYZ aufschreit, wenn Gesetze puncto Umwelt- oder Arbeitsgesetzen ignoriert werden, wird den chinesischen Inhaber nicht jucken. Die USA sind ewig kriegerisch, aber vorwiegend außerhalb ihres Landes. Innerhalb ihres Landes setzen sie vermehrt auf konservative und restriktive Gesetze und gesellschaftspolitische Einstellungen.


Unsere Wahl: die richtigen Politiker*innen mit gemeinsamen Zukunftsperspektiven ins Amt wählen. Die Vorgehensweise des EU-Parlaments und -Rates ist jetzt entscheidend. Wir müssen unsere Botschaft mit unseren Stimmzetteln und Wahlkarten an die Regierung transportieren: entweder rückwärts, weiter so wie jetzt, oder lieber vorwärts. Jede Partei hat schon längst ihre Einstellung präsentiert, sie leben sie uns täglich vor. Schauen wir genau hin und denken wir scharf nach, was für unsere Kinder und unsere Zukunft wichtig ist. Nehmen wir dieses Recht – eigentlich eine Pflicht –  wählen zu dürfen besonders ernst. Nehmen wir jede(n), die/der zur Wahlurne darf, mit. Wir können die Wahl bestimmen. Vor 100 Jahren haben Frauen für ihr Wahlrecht sehr viel geopfert und dafür gekämpft. Kämpfen müssen wir jetzt zwar nicht, aber damit es auch so bleibt, dass wir keine echten Kämpfe erleben müssen, WÄHLEN müssen wir gehen!

 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff - (c) fhwn
02.01.2019

Tag der Bildung

Unsere Aufgabe!

In ihre Resolution 73/25 hat die UNO General Versammlung den 24. Januar zum Internationalen Tag der Bildung bestimmt. Das Bewusstsein, dass Bildung ein essentieller Baustein der nachhaltigen und resiliente Gesellschaften und Länder ist, ist nichts Neues. Bildung trägt dazu bei, die Sustainable Development Goals zu erreichen.

Wir als Soroptimistinnen tragen durch zahlreiche Projekte auch dazu bei, dass Frauen und Mädchen Wissen erlangen, Fähigkeiten lernen und entwickeln. Die Basics der Wissensvermittlung deckt unser Bildungssystem. Worauf wir Soroptimistinnen speziell achten und darauf aufmerksam machen (müssen), ist ein Bewusstsein dafür, dass Mädchen und Frauen weitere Rechte haben.

Diese Rechte werden in den Schulen kaum gelehrt (siehe SOS Mitmensch Bericht Nov 2018) und das, unglaublicher Weise, von unseren in primären und sekundären Schulen hauptsächlich von Frauen besetzten Lehrkörpern. Das System lässt es kaum zu. Ich denke wir sind gut aufgestellt, solche Themen in Kooperationen mit Schulen der Jugend näher zu bringen. Diese Art von Bildung hebt bei Schülern das Bewusstsein und verbessert den Umgang im zwischenmenschlichen Miteinander.

Bildung und Bewusstsein sind die Samenkörner die wir bewusst sähen müssen. Als erfahrene Frauen ist es unsere Pflicht der heranwachsenden Gesellschaft ihr Wissen und Bewusstsein in Sachen Frauen- und Menschenrechte durch Bildungsmöglichkeiten konkret zu beeinflussen. Bildung bewegt alle.

 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff - (c) fhwn
15.12.2018

Awareness – Advocacy – Action

Bewusstsein – Fürsprache – Aktion

Durch diese Schritte setzen sich Soroptimistinnen weltweit für Frauen ein.

Unsere österreichische Union hat mit der Kampagne ORANGE THE WORLD ihre Stimme(n) im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen bemerkbar gemacht. Auf diverseste Weise thematisierten wir das Thema Gewalt und die Notwendigkeit, dieser ein Ende zu setzen. Ein fulminanter Erfolg im Jahr 2018! In der Zusammenarbeit der Clubs wie auch mit UN Women NK Österreich und HeforShe Graz erlebten wir, was wir miteinander schaffen können.

Unsere Stimmen sind durch diese Kampagne lauter geworden. Vielen Dank für Euer aller großartigen Einsatz 2018. 2019 werden wir noch lauter und sichtbarer. Eine weltweite Stimme für Frauen: Wir setzen sie für alle Frauen ein. Danke!
Eure Marcella

 

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marcella_fhwn.jpgMarcella Sigmund-Graff - (c) FHWN pletterbauer
01.10.2018

Drei Unterschriften

Von 1. bis 8. Oktober gibt es gleich 3 Volksbegehren! Gleich drei Möglichkeiten für Österreicherinnen und Österreicher, Gebrauch von ihrem Zivilrecht  zu machen und über 2 oder 3 Themen abzustimmen. Alle drei betreffen alle Einwohner Österreichs, d.h. wer ein Begehren unterschreibt, kann auch gleich mehrere unterschreiben.

Das Frauenvolksbegehren kann auch Mann mit ruhigem Gewissen unterzeichnen. Denn, wenn es den Frauen besser geht, weil auf Ihre Rechte geachtet wird, profitieren Frauen wie Männer. Ist doch einfach. Männer verlieren keine Rechte, wenn auf die Rechte der Frauen geachtet wird.

Das "Rauchverbot in der Gastronomie"-Begehren ist ebenfalls für alle von Vorteil. Unser aller Gesundheit gehört geschützt. Das Krankenkassensystem zahlt unzählige Euros, um die Folgen des Rauchens zu kurieren … unsere Steuergelder. Mehrere europäische Länder gingen mit Beispiel voran: am Tag X waren alle Lokale rauchfrei. Unsere gewählten Politiker sollen genug Rückgrat haben, unsere Gesundheit zu schützen.

Gebühren für den ORF … ganz ehrlich ein beachtlicher Anteil der ÖsterreicherInnen hört irgendwann Radio, liest gelegentlich die Website; auch wenn wir zunehmend weniger fern sehen, nehmen wir die Angebote des ORF wahr. Abgesehen davon: Ohne die ärgerlich hohen Gebühren hängt das große Rundfunk-Unternehmen völlig vom Goodwill der Regierung ab - und damit vielleicht auch seine Objektivität.

Egal welches Thema, wir müssen nur elektronisch via Web oder persönlich am Gemeindeamt  Gebrauch von unserem Recht machen. Es ist unsere Pflicht den Menschen gegenüber, die sich für unsere Rechte eingesetzt haben. Unsere Pflicht zu versäumen ist so gesehen auch eine Art Missachtung unserer Rechte. Wenn sie uns entzogen wären, wären wir erzürnt. Genau so sollten wir verärgert sein, wenn Frau oder  Mann ihre Rechte und Pflichten vernachlässigen.

 

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magerle2.jpgRenate Magerle
22.08.2018

Jeder Tag im Jahr ist ein besonderer Tag …

Zu meinem Familienglück gehören auch fünf Nichten, alle sind tüchtige junge Frauen, die mitten im Leben stehen. Eine von ihnen machte mir zu meinem Geburtstag Anfang des Jahres ein besonderes Geschenk, den Kalender „Frauen 2018“.

Jeder Tag ist einer besonderen Frau aus Kultur, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft gewidmet; auf dem Abreißblatt ist ihr Bild zu sehen, ein ihr zugeschriebenes Zitat und auf der jeweiligen Rückseite Daten und Lebensgeschichte.   
Aus der Fülle der oftmals zu Unrecht unbekannten Frauen ist eine meiner Lieblingsfiguren Grace Hopper (1906 - 1992). Sie war eine US-amerikanische Mathematikerin, Informatikerin und Computerpionierin, sie hielt 40 Ehrendoktorwürden, zehn militärische Auszeichnungen und unzählige weitere Ehrungen, darunter 1969 jene mit dem kuriosen Titel „Man oft the Year“.
Ihr Ausspruch auf dem Kalenderblatt gefällt mir besonders: „Der schädlichste Satz in jeder Sprache ist: So haben wir das immer gemacht“.

 

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